Altstadt von Stockholm

Die Stockholmer Altstadt „Gamla Stan“ befindet sich auf einer kleinen Insel genau zwischen dem Mälarnsee und der Ostsee. Obgleich dort mit gutem Grund ein starkes touristisches Interesse für ein belebtes Bild sorgt, finden sich dennoch hier und da auch immer wieder kleine ruhige Gassen.

Die Tatsache, dass Gamla Stan heute noch in Augenschein genommen werden kann, ist einer ausnahmsweise segensreichen Geldknappheit zu verdanken. Denn: Die Altstadt hätte eigentlich in den fünfziger Jahren vollständig abgerissen und umgebaut werden sollen. Mit ihrer von drangvoller Enge zeugenden Bebauung und den daraus resultierenden schmalen Gässchen (die schmälste davon gerade mal 90 cm breit) galt sie damals als anachronistischer Schandfleck, der, wenn es nach dem Willen der Städteplaner gegangen wäre, einer „moderneren“ Stadtarchitektur hätte weichen müssen. Inzwischen muss dergleichen Historienvernichtung glücklicherweise nicht mehr befürchtet werden.

Von Stockholms ehemaliger hansestädtischer Prosperität legen die imposanten Bürgerhäuser rund um den Stortorget beredtes Zeugnis ab. Dort, wo im Mittelalter Missetäter an den Pranger gestellt wurden und im Rathaus politisches Geschehen den Tag bestimmten, werden Besucher und Spaziergänger heute zum behaglichen Verweilen in einladenden Straßenrestaurants oder gemütlichen Cafés animiert. In dem klassizistischen Bauwerk, wo bis 1990 die schwedische Börse ihren Sitz hatte, findet der wissbegierige Gast heute das Nobelpreis-Museum.

Die Hanse führte damals deutsche Kaufleute und Handwerker nach Schweden. Diese begründeten in Stockholm eine bis zum heutigen Tag aktive Kirchengemeinde, deren Zentrum die Tyska Kyrkan (deutsche Kirche) in der Altstadt ist. Ihre barocke Innenarchitektonik wird von einem naturgetreuen, voll funktionsfähigen Nachbau der berühmten Düben-Orgel optisch dominiert. Daneben sind die opulent mit Alabaster verzierte Ebenholzkanzel und die prachtvolle Königsloge unbedingt sehenswert.

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