Gammelstad

Gammelstad ist ein ein altes Kirchendorf, das heute das Zentrum der nordschwedischen Stadt Luleå in der Provinz Norbotten ist. Es gehört zum UNESCO-Welterbe und zieht viele Besucher an. Insgesamt handelt es sich um 400 Hütten, die eine geschlossene Einheit bilden.

In Schweden sind die Entfernungen zwischen einzelnen Orten deutlich größer als in Mitteleuropa. Besonders im Norden ist die Bevölkerungsdichte recht gering. Im Mittelalter lebten noch deutlich weniger Menschen als heute in vielen Regionen. Deswegen war das Einzugsgebiet einer Kirche naturgemäß sehr groß. Damit die Gemeinde trotzdem zum wöchentlichen Gottesdienst zusammen kommen konnte, wurden vielerorts Kirchendörfer eingerichtet.

Ein Kirchendorf war eine Siedlung, die von den aus der Ferne anreisenden Gemeindemitgliedern kostenlos als Unterkunft genutzt werden konnte. Dadurch mussten An- und Abreise nicht an einem Tag erfolgen. Dieses System war viele Jahrhunderte in Schweden weit verbreitet. Spätestens mit der Erfindung moderner Fortbewegungsmittel starb diese Tradition jedoch aus.
Gammelstad hatte in Spitzenzeiten ein Einzugsgebiet von fast 100.000 Quadratkilometern. Die gewaltigen Distanzen, die von einzelnen Gemeindemitgliedern zurückgelegt werden mussten, waren demnach beträchtlich. Allerdings waren die Unterkünfte in der Regel den Landbesitzern vorbehalten. Zeitweise gab es aber auch einfache Ställe, in denen die Besitzlosen übernachten durften.

Seit dem 13. Jahrhundert ist die noch heute vorhanden Steinkirche das Zentrum des Kirchendorfes Gammelstad. Vorher hatte es nur Holzkirchen gegeben. Heute ist Gammelstad eine Touristenattraktion. Es gibt zwar noch mehr als 70 Kirchendörfer in Schweden, aber keines ist so groß und gut erhalten wie die Siedlung in Luleå. Ein Besuch lohnt sich, denn viele Details verraten etwas darüber, wie die Menschen im Mittelalter gelebt und gedacht haben.

Schreibe einen Kommentar